"Wird der Journalismus im Internet noch derselbe sein wie der auf Papier? Wie es mit dem Journalismus weitergeht" - Christof Siemes schreibt seine Vision, "wie guter Journalismus in Zukunft aussehen könnte" in Zeit-Online nieder.
Zum selben Ergebnis - was die Qualität des Journalismus auf Nachrichtenportalen betrifft - kommt das Gutachten "Klicks, Quoten, Reizwörter: Nachrichten-Sites im Internet
Wie das Web den Journalismus verändert" der Friedrich-Ebert-Stiftung aus dem Jahr 2007.
Es fehlen also funktionierende Geschäftsmodelle, um Qualitätsjournalismus im Internet zu finanzieren. Das ist die Herausforderung: Nicht den guten Journalismus tot reden, sondern Geschäftsmodelle entwickeln. Dazu muss allerdings zuerst alle Beteiligten klar sein, dass Qualität im Journalismus mehr ist als nur das Reden darüber. Einen ersten Schritt setzt jetzt der deutsche Presserat.
Samstag, November 15, 2008
"Süddeutsche" muss sparen
Erst vor wenigen Tagen, bei einer Diskussion über die massiven Probleme (nicht nur) der Printmedien, über Werbung Geld zu verdienen, sagte eine Kollege, er glaube dass nicht so recht, weil es den renommierten Blättern ja noch gut gehe.
Irrtum. Auch die renommierten leiden - von der Süddeutschen Zeitung ist es nun auch öffentlich geworden: Unter anderen der Berliner Tagesspiegel, der Mediendienst Kress und der Branchendienst Meedia berichten von einem drastischen Sparprogramm in der SZ. Demnach sollen im kommenden Jahr 20 Prozent der Kosten eingespart werden. Das sind 15 Millionen Euro. Diesem Sparprogramm könnte jede fünfte Redakteursstelle bei der SZ zum Opfer fallen, heißt es in diesen Berichten. Im Medienblog CARTA, schreibt Robin Meyer-Lucht, dass sich diese Entwicklung schon bei den Münchner Mdientagen abgezeichnet habe.
Egal, ob man es vorher schon hätte wissen können oder ob es erst jetzt bekannt wird: Der Kahlschlag in den Redaktionen geht weiter.
Irrtum. Auch die renommierten leiden - von der Süddeutschen Zeitung ist es nun auch öffentlich geworden: Unter anderen der Berliner Tagesspiegel, der Mediendienst Kress und der Branchendienst Meedia berichten von einem drastischen Sparprogramm in der SZ. Demnach sollen im kommenden Jahr 20 Prozent der Kosten eingespart werden. Das sind 15 Millionen Euro. Diesem Sparprogramm könnte jede fünfte Redakteursstelle bei der SZ zum Opfer fallen, heißt es in diesen Berichten. Im Medienblog CARTA, schreibt Robin Meyer-Lucht, dass sich diese Entwicklung schon bei den Münchner Mdientagen abgezeichnet habe.
Egal, ob man es vorher schon hätte wissen können oder ob es erst jetzt bekannt wird: Der Kahlschlag in den Redaktionen geht weiter.
Montag, November 10, 2008
Kahlschlag - Fortsetzung
Allein heute, am Montag, 10.11.2008, waren folgende zwei Sachverhalte in den Zeitungen zu lesen. Zwei Entwicklungen, die schön langsam auch die Einrichtung einer deutschsprachigen Version von Newspaper Death Watch rechtfertigten:
Die traditionsreiche Oberösterreichische Rundschau wird von der neuen Eigentümerin, der Moser Holding aus Innsbruck, wegen - wie es heißt "schlechter Ertragslage" - in eine Gratiszeitung umgewandelt. Damit gehen 100 von 250 Arbeitsplätze verloren; die verbleibenden 150 Arbeitnehmer müssen mit beträchtlichen Einkommenseinbußen rechnen. So sollen die Journalisten von ihrem in den für den Arbeitgeber preiswerteren Kollektivvertrag des Gewerbes gezwungen werden. Das bedeutet bis zu 50 Prozent weniger Geld für die Betroffenen. (Einzelheiten dazu)
Die WAZ-Mediengruppe will, so hat es Geschäftsführer Bodo Hombach angekündigt, 30 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Vor diesem Hintergrund ist die Redaktionsreform der WAZ für ihre vier Zeitungen in Nordrhein-Westfalen zu sehen: die Ressorts Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Sport, Kultur, Vermischtes und Fernsehen, die bisher in jeder der vier Tageszeitungen eigenständig betrieben wurden, werden in eine Zentralredaktion zusammen gelegt. Der Chefredakteur spricht von Qualitätsverbesserung; Branchenkenner vermuten, dass mit dieser Zusammenlegung ein Viertel der Redakteure eingespart werden könnten - nämlich 200. (Einzelheiten dazu)
Die traditionsreiche Oberösterreichische Rundschau wird von der neuen Eigentümerin, der Moser Holding aus Innsbruck, wegen - wie es heißt "schlechter Ertragslage" - in eine Gratiszeitung umgewandelt. Damit gehen 100 von 250 Arbeitsplätze verloren; die verbleibenden 150 Arbeitnehmer müssen mit beträchtlichen Einkommenseinbußen rechnen. So sollen die Journalisten von ihrem in den für den Arbeitgeber preiswerteren Kollektivvertrag des Gewerbes gezwungen werden. Das bedeutet bis zu 50 Prozent weniger Geld für die Betroffenen. (Einzelheiten dazu)
Die WAZ-Mediengruppe will, so hat es Geschäftsführer Bodo Hombach angekündigt, 30 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Vor diesem Hintergrund ist die Redaktionsreform der WAZ für ihre vier Zeitungen in Nordrhein-Westfalen zu sehen: die Ressorts Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Sport, Kultur, Vermischtes und Fernsehen, die bisher in jeder der vier Tageszeitungen eigenständig betrieben wurden, werden in eine Zentralredaktion zusammen gelegt. Der Chefredakteur spricht von Qualitätsverbesserung; Branchenkenner vermuten, dass mit dieser Zusammenlegung ein Viertel der Redakteure eingespart werden könnten - nämlich 200. (Einzelheiten dazu)
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Journalismus,
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Tageszeitung
Samstag, November 08, 2008
Kahlschlag
1. Juli 2008: Die französischen Tageszeitungen "Le Monde" und "Le Figaro" kündigen an mehr als 200 Mitarbeiter, darunter 105 Journalisten, abzubauen, um Personalkosten von 9,4 Millionen Euro zu sparen.
24. Juni 2008: Der Deutsche Journalisten Verband protestiert gegen den Eigentümer der Berliner Zeitung, den Finanzinvestor David Montgomery: "Wenn, wie geplant, allein bei der Berliner Zeitung 40 von 130 Redakteursstellen wegfallen sollen, verkommt das Blatt zum Sammelsurium von Agenturmeldungen".
16. Juli 2007: Die neuen Eigentümer des Medienkonzerns ProSiebenSat1, die Finanzinvestoren KKR und Permira, drängen auf eine Erhöhung der Rendite von 22,2 auf 30 Prozent im Jahr 2008. Als Folge werden werden "rund 250 Arbeitsplätze im Bereich des Informationsjournalismus vernichtet."
Drei Beispiele aus den vergangenen zwölf Monaten. Aus einem Beitrag der "Neuen Zürcher Zeitung Online" geht hervor, dass diese nur die Spitze des Eisbergs sind - in Europa,vor allem aber in den USA, wo die Auflagezahlen der Tageszeitungen stark schrumpfen - von März bis September 2008 um 4,6 Prozent : "Der Auflagenrückgang, das Abwandern von Anzeigen, die Billigkonkurrenz im Internet, die anhaltend hohen Kosten des Print-Gewerbes und die oft schwindelerregend hohe Verschuldung vor allem der US-Unternehmen gelten als die zentralen Gründe der Abwärtsbewegung."
Die Aasgeier beziehen Position: Newspaper Death Watch publiziert penibel, welche Tageszeitung in den USA mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hat und wie viele journalistische Mitarbeiter entlassen muss. Schadenfroher Untertitel der Website: "Chronik des Niedergangs von Zeitungen und der Wiedergeburt des Journalismus".
24. Juni 2008: Der Deutsche Journalisten Verband protestiert gegen den Eigentümer der Berliner Zeitung, den Finanzinvestor David Montgomery: "Wenn, wie geplant, allein bei der Berliner Zeitung 40 von 130 Redakteursstellen wegfallen sollen, verkommt das Blatt zum Sammelsurium von Agenturmeldungen".
16. Juli 2007: Die neuen Eigentümer des Medienkonzerns ProSiebenSat1, die Finanzinvestoren KKR und Permira, drängen auf eine Erhöhung der Rendite von 22,2 auf 30 Prozent im Jahr 2008. Als Folge werden werden "rund 250 Arbeitsplätze im Bereich des Informationsjournalismus vernichtet."
Drei Beispiele aus den vergangenen zwölf Monaten. Aus einem Beitrag der "Neuen Zürcher Zeitung Online" geht hervor, dass diese nur die Spitze des Eisbergs sind - in Europa,vor allem aber in den USA, wo die Auflagezahlen der Tageszeitungen stark schrumpfen - von März bis September 2008 um 4,6 Prozent : "Der Auflagenrückgang, das Abwandern von Anzeigen, die Billigkonkurrenz im Internet, die anhaltend hohen Kosten des Print-Gewerbes und die oft schwindelerregend hohe Verschuldung vor allem der US-Unternehmen gelten als die zentralen Gründe der Abwärtsbewegung."
Die Aasgeier beziehen Position: Newspaper Death Watch publiziert penibel, welche Tageszeitung in den USA mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hat und wie viele journalistische Mitarbeiter entlassen muss. Schadenfroher Untertitel der Website: "Chronik des Niedergangs von Zeitungen und der Wiedergeburt des Journalismus".
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Sonntag, Oktober 26, 2008
Schlechter Onlinejournalismus
Stefan Niggemeier, der Mann vom BILDblog hält einen bemerkenswerten Vortrag über schlechten Onlinejournalismus,den er in seinem Weblog veröffentlicht. Niggemeiers These:
Die Verlage und Sender probieren im Internet gerade aus, ob es nicht auch mit weniger Journalismus geht.
Die Befunde gelten meiner Meinung ebenso für Österreich. Natürlich sind auch bei uns gute Onlinejournalisten am Werk. Aber durchwegs sind die Onlineredaktionen vieler Tageszeitungen und elektronischer Medien schlechter ausgestattet als die Stammredaktionen.
Darüber hinaus wird Niggemeiers subjektive Zustandsanalyse durch die Untersuchung "Klicks, Quoten, Reizwörter: Nachrichten-Sites im Internet" von Steffen Range und Roland Schweins im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung empirisch untermauert. Und der jüngste Zustandsbericht der Medien in den Vereinigten Staaten erlaubt einen düsteren Blick in die mögliche Zukunft des Journalismus in unseren Breiten.
Zustandsanalysen, vor allem, wenn sie so auf den Punkt gebracht werden wie Niggemeier es getan hat, sind nützlich und wichtig. Nun sind aber Lösungsansätze gefragt, wie sie nicht nur von einem Kommentator des Vortrags / Blogeintrags eingemahnt wurden.
Also: Wer fängt an?
Die Verlage und Sender probieren im Internet gerade aus, ob es nicht auch mit weniger Journalismus geht.
Die Befunde gelten meiner Meinung ebenso für Österreich. Natürlich sind auch bei uns gute Onlinejournalisten am Werk. Aber durchwegs sind die Onlineredaktionen vieler Tageszeitungen und elektronischer Medien schlechter ausgestattet als die Stammredaktionen.
Darüber hinaus wird Niggemeiers subjektive Zustandsanalyse durch die Untersuchung "Klicks, Quoten, Reizwörter: Nachrichten-Sites im Internet" von Steffen Range und Roland Schweins im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung empirisch untermauert. Und der jüngste Zustandsbericht der Medien in den Vereinigten Staaten erlaubt einen düsteren Blick in die mögliche Zukunft des Journalismus in unseren Breiten.
Zustandsanalysen, vor allem, wenn sie so auf den Punkt gebracht werden wie Niggemeier es getan hat, sind nützlich und wichtig. Nun sind aber Lösungsansätze gefragt, wie sie nicht nur von einem Kommentator des Vortrags / Blogeintrags eingemahnt wurden.
Also: Wer fängt an?
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